Hallo Freunde,
heute muß ich euch unbedingt eine super nette Geschichte von Roy Decker von Royal Flush zeigen, viel spaß dabei!
Der Fluch des Condor
Nach 2 Wochen Las Vegas und WSOP freut man sich dann doch endlich wieder nach Hause zu kommen. Die ständigen Temperaturwechsel durch die Hitze Nevadas und die übertrieben stark betriebenden Klimaanlagen diverser Casinos in Vegas machten mir auch dieses Jahr wieder zu schaffen. Dazu kam noch der eher mäßige Verlauf meiner Pokeraktivitäten vor Ort. Beim Event 54, zu dem ich ich mich über Everest Poker noch kurzfristig qualifizierte, reichte es leider nur zu einem Platz um die 800 herum. Ich hatte viel Spaß an meinem Tisch, nur leider wenig Möglichkeiten meinen Stack zu halten, geschweige denn auszubauen. Dafür entschädigte mich jedoch die sehr nette Unterhaltung mit Maja (Freundin von Patrick Antonius).
Mit einer etwas geschrumpften Bankroll und voller Freude auf zu Hause machte ich dann am Sonntag Vormittag auf zum Flughafen. Zum Glück hatte ich ja einen “Direktflug” in der Premium Eco bei Condor gebucht. Am Flughafen fanden sich dann auch einige Bekannte ein. So traten u.a. Jan Heitmann und Georg Danzer nach einem eher mäßigen WSOP Verlauf vorzeitig Ihre Heimreise an. Auch Detlef und Ingrid vom Gamblerstore hatten kurzfristig auf diesen Flug umgebucht. Auch einige der Mermaid Qualifikanten inkl. Sascha Nemarnik durften diese besondere Rückreise miterleben und werden sie sicher lange in Erinnerung behalten.
Der Checkin und das Boarding liefen noch reibungslos ab. Doch bereits der Abflug sollte sich um eine halbe Stunde verzögern. Dann die erste, von meiner Seite jedoch erwartete, Ankündigung unseres Flugkapitänes. Durch die Hitze in Vegas und die Begrenzung des Startgewichtes konnte die Maschine wie so oft nicht volltanken. Das kannte ich schon aus zurückliegenden Reisen der vergangenen Jahre. Es stand also ein außerplanmäßiger Zwischenstop zum Nachtanken an. Während dies in der Vergangenheit meist in Neufundland erfolgte, viel die Wahl der Crew diesmal auf Manchester. Unsere Reisezeit sollte sich dadurch aber “nur” um 40 Minuten verzögern. Dies wäre ja durchaus im akzeptablen Rahmen gewesen. Doch meistens kommt es anders und als man denkt…
Nach einigen erfolglosen Schlafversuchen, dem erträglichen Mittagessen aus der Boardküche und etwas Indiana Jones auf der Glotze ertönte die nächste Botschaft unseres Flugkapitänes. Zu viel Traffic über Manchester zwangen zu einer 20 Minuten Warteschleife. Endlich gelandet sollten wir jedoch vergeblich auf die angekündigte Betankung warten. Stattdessen meldete sich unser durchaus freundlicher Kapitän mal wieder zu Wort. Angeblich bedingt durch die Warteschleife hätte die Crew nun ihre maximal erlaubte Flugzeit überschritten und dürfte nicht wieder starten. Stattdessen soll nun eine Standby Mannschaft aus Frankfurt mit der nächstmöglichen Linienmaschine eingeflogen werden. Wie lange dies dauern würde konnte uns auch auf mehrfache Nachfrage niemand mit Gewissheit sagen. Die Stimmung im Flieger sank nun auf den absoluten Tiefpunkt. Erschwerend kam nun noch dazu, daß uns der Flughafen Manchester auf Grund fehlender Buskapazität noch nichtmal aus dem Flieger holen konnte. Also servierte man uns kurzerhand das noch ausstehende Frühstück. Nach etwa 2 Stunden Wartezeit fuhren dann endlich mehrere Busse am Flieger vor und wir wurden zum Terminal gefahren. Normaler Weise sollte man davon ausgehen, das man dann dort von entsprechendem Personal empfangen und betreut wird. Fehlanzeige!!! Wir standen alle plötzlich ziemlich Ratlos im Sicherheitsbereich des Flughafens, ohne jede Ahnung wie und vor allem wann es denn nun weiter geht. Es gab weder Informationen von Condor noch einen Verpflegungsvaucher oder ähnliches. Irgendwann zeigte uns die Abflugtafel dann den Gate 20 als nächste Wartestation an.
Die ewige Wartezeit wurde sehr unterschiedlich genutzt. Entweder wurde versucht zu schlafen oder man traf sich beim Starbucks zum Kaffee. In diesem ganzen Terminal gab es keinen einzigen Raucherbereich. Daraus resultierend trafen wir uns beim heimlichen Rauchen auf der Toilette wieder. Ich und viele meiner Leidensgenossen haben vor ca. 30 Jahren das letzte mal heimlich auf einer Toilette diesem Laster gefröhnt. Wozu einem diese Sucht alles bringt……:-)
Schier endlos kam uns die Wartezeit am Flughafen vor. Irgendwann am späten Nachmittag ging es dann endlich wieder zum Flieger. Lustiger Weise verhielt sich die neue Crew als hätten wir alle einen normalen Linienflug Manchester - Frankfurt vor uns. Wir durften uns sogar das ganze Sicherheitsvideo nochmal reinziehen. Naja, bei der langen Wartezeit kann man sicher schonmal vergessen wo die Schwimmweste versteckt ist. Die Sauerstoffmasken hätten die uns auch ruhig mal so rauslassen können. So hätte man seine Wut mal schön mit Sauerstoff aus dem Hals blasen können.
Mit ziemlich genau 7 Stunden Verspätung kamen wir dann gegen 17Uhr30 in Frankfurt an. Wer vermutet, das jetzt nichts mehr schief gehen könne, liegt natürlich völlig falsch. Zielstrebig verliesen wir den Flieger und begaben uns direkt zur vorgegebenen Gepäckausgabe B. Dumm daran war nur, daß unser Gepäck auf dem Laufband in Halle C rauskommen sollte. Einen direkten Übergang zwischen den beiden Hallen gibt es nicht. Also begleitete man uns aus dem Flughafen raus und über diesen Außenweg über mehrere Sicherheitsschleusen wieder in den Flughafen zur Gepäckausgabe C rein. Ich konnte meiner Freude gar keinen Ausdruck bringen, als ich meinen Koffer dort in Empfang nehmen konnte. Man musste ja an diesem Tag ziemlich mit allem rechnen….
Jetzt nur noch durch den Zoll und ab zum Zug. Ich bin ja zugegebener Maßen kein gläubiger Mensch, dachte dennoch einen Moment über ein kleines Gebet nach. Lieber Gott, mach das der nette Zollbeamte am Ausgang nicht heute noch eine dumme Idee hat und meinen überstrappazierten Koffer von innen sehen will. Zum Glück war der Zollschalter an diesem Ausgang garnicht besetzt. Naja, entweder hatte der Zoll die Maschine aus Vegas auch nicht mehr auf dem Schirm oder man wartete vergebens an einem anderen Ausgang auf uns.
Mein Bahnticket hatte natürlich längst seine Gültigkeit verloren. Also machte ich noch die Bekanntschaft mit der Warteschlange im Reisecenter der Deutschen Bahn. Die dann folgende 10minütige Verspätung meines ICE kam mir vergleichsweise lächerlich vor. Woran das wohl lag???? Erfreulicher Weise war meine Frau am Bahnhof wenigstens pünktlich vorgefahren. Es gibt also doch noch Menschen auf die man sich verlassen kann!!!
Der Fluch des Condor verfolgt mich und meine Leidensgenossen sicherlich noch einige Tage. Für Condor selbst wird das eine kostspielige Sache. Ich kenne mich aktuell noch nicht mit den EU Richtlinien in Sachen Flugbeförderungsbestimmungen aus, habe aber meine Bechwerdemail schonmal an den Kundenservice abgeschickt. Ab über 5 Stunden Verspätung kann es wohl bis zur kompletten Rückerstattung des Flugpreises führen. Bleibt nur noch abzuwarten mit wieviel Verzögerung, wie und ob überhaupt die Condor darauf reagiert. Aber ich bin ja jetzt endlich zu Hause und habe alle Zeit der Welt. Und nächstes Jahr gehts ja sicher wieder nach Vegas. Angst!!!!!
Liebe Grüße an alle Leidgenossen
Wie immer wünsche ich euch allen viel Erfolg, Glück und gute Karten, bis bald,
Eure Sunni
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